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Im Zuge des Umbaus des Alexanderplatzes zum neuen Zentrum Ostberlins Ende der 1960er Jahre entstanden rings um den Platz einige Bauten, die sein Gesicht bis heute prägen. Würden die Kollhoff-Pläne für die neuerliche Umgestaltung des Platzes eines Tages Wirklichkeit, wären diese Gebäude vom Abriß bedroht...
Das Interhotel “Stadt Berlin”
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Das Interhotel “Stadt Berlin” 1997 - da schon unter dem Namen Forum-Hotel.
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Quelle: Alexander Glintschert (1997).
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Der 24. Juni 1967 ist in Bezug auf das Hotel erwähnenswert, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch kein einziger Handschlag zu seiner Errichtung getan ist. Denn an diesem Tag wird am späteren Standort des Hotels der Grundstein für den neuen Alexanderplatz, das neue Zentrum der Hauptstadt der DDR, gelegt. Wenig später beginnen dann auch die Bauarbeiten für den monumentalen Hochhausbau, die im Jahre 1970 schließlich abgeschlossen werden. Stolze 123 Meter hoch, überragt der neue Bau mit seinen 37 Etagen sämtliche Gebäude der Stadt, sieht man einmal vom Fernsehturm ab. Er ist damit das höchste bewohnte Gebäude Berlins - und das auch noch heute. Übertroffen wird er heute nur vom Büro-Hochhaus der Treptowers.
Das nach Entwürfen der Architekten Roland Korn, Heinz Scharlipp und Hans-Erich Bogatzky errichtete Hotel erhält den Namen Interhotel “Stadt Berlin”. Es bietet insgesamt auf insgesamt dreißig Hoteletagen mit je 34 Zimmern Platz für zweitausend Gäste, verfügt über eine finnische Sauna und elf Restaurants, deren größtes 1600 Gästen Platz bietet. Bis auf den heutigen Tag ist es das größte Berliner Hotel und das drittgrößte Deutschlands.
Als nach dem Ende der DDR der Senat des wiedervereinigten Berlins einen Architekturwettbewerb für die Neugestaltung des Alexanderplatzes ausschreibt, gewinnen die Architekten Hans Kollhoff und Helga Timmermann den ersten Preis. In ihrem Entwurf hat das Hotel keinen Platz mehr. Würde er umgesetzt, müßte es zugunsten der vielen neuen Wolkenkratzer abgerissen werden. Der Betreiber des Hotels gehört jedoch zu den Investoren für diese Hochhäuser und möchte anstelle des alten Hotelhochhauses drei neue errichten.
Die wirtschaftliche Entwicklung verhindert jedoch bis auf den heutigen Tag eine Umsetzung der Pläne. Mittlerweile unter dem Namen Forum-Hotel geführt, wird es 1996 aufwendig saniert. 2001 werden schließlich alle Zimmer neu gestaltet. Im Jahre 2005 versieht man die komplette Glasfassade auf ihrer Gesamtfläche von 15.000 Quadratmetern mit neuen verspiegelten Fassadenelementen.
2006 schließlich erwirbt die amerikanische Blackstone Group das Hotel. Unter dem Namen Park Inn Hotel wird es nun von ihr weitergeführt.
Das Haus des Reisens
Dort, wo einst das Haus mit den 99 Schafsköpfen und später das sogenannte Minol-Haus standen, beginnen im Jahre 1969 nach Entwürfen von Roland Korn, Johannes Briske und Roland Steiger die Bauarbeiten für ein neues Gebäude: das Haus des Reisens. 1971 fertiggestellt, zieht hier die Hauptdirektion des Reisebüros der Deutschen Demokratischen Republik ein. Und auch die Interflug unterhält hier einige Büros. Die Gestaltung der Innenräume auf den 17 Etagen des 65 Meter hohen Baus übernimmt Hans Bogatzky. Der Hochhausbau ist von einer flachen, zweigeschossigen Umbauung umgeben. An seiner östlichen Fassade ist ein Werk des Künstlers Prof. Walter Womacka angebracht: die Kupfertreibarbeit “Der Mensch überwindet Zeit und Raum”.
Auch dieses Gebäude soll nach den Plänen von Kollhoff und Timmermann abgerissen werden, wozu es jedoch nicht kommt. 1996 läßt es der Eigentümer, ebenfalls geplanter Mitinvestor für die neuen Hochhäuser, aufgrund der unabsehbaren Verzögerung bei der Realisierung des Plans komplett renovieren und vermietet es erfolgreich. Einige Zeit später wird es sogar verkauft, so daß ein weiterer der ursprünglichen Investoren aus dem Rennen ist.
Das Haus der Elektroindustrie
Entlang der Verlängerung der Karl-Marx-Allee in Richtung Karl-Liebknecht-Straße, einem Straßenabschnitt, der heute zur Alexanderstraße gehört, wird 1969 ein weiterer Neubau fertiggestellt, der nach Entwürfen von Heinz Mehlan, Peter Skuin und Emil Leipold errichtet wurde. Das sogenannte Haus der Elektroindustrie (oder auch Haus der Elektrotechnik) ist mit seinen 221 Metern Länge ein recht imposanter Bau. Dieser Eindruck wird zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung noch verstärkt durch die roten Platten aus der Porzellanmanufaktur Meißen, die in seine Aluminiumfassade integriert sind.
In den Jahren der DDR beherbergt das Gebäude das Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik der DDR, Betriebe der Elektroindustrie und Elektronik, mehrere Außenhandelsunternehmen und eine Bank. Nach dem Ende der DDR dieser Nutzung beraubt, ist es wenig überraschend, daß die 1993er Pläne der Architekten Kollhoff und Timmermann zur Neugestaltung des Alexanderplatzes lediglich den Abriß des Gebäudes vorsehen. An seiner Stelle sollen mehrere der geplanten Wolkenkratzer errichtet werden.
Doch genau wie bei den anderen Bauten aus den Zeiten der DDR kommt es auch für das ehemalige Haus der Elektroindustrie anders, als die Realisierung der Umgestaltung mit den Jahren auf sich warten läßt. Der Eigentümer des Gebäudes, die Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG), die als einer der geplanten Investoren an dem Architekturwettbewerb beteiligt war, entscheidet sich, das Gebäude doch nicht abreißen zu lassen, sondern es stattdessen zu sanieren und zu vermieten.
Bis zum Jahr 2000 dauern die Sanierungsarbeiten an. Für insgesamt fünf Millionen Mark wird das Gebäude mit einer Wärme- und Schalldämmung versehen. Bei dieser Gelegenheit gestaltet man auch die Fassade komplett neu. Der Architekt Sergej Tchoban läßt ein Zitat aus Alfred Döblins Roman “Berlin Alexanderplatz” anbringen, das die gesamte Fassade einnimmt. Aus diesem Anlaß wird das ehemalige Haus der Elektroindustrie in Döblin-Haus umbenannt.
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