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Porzellanbilder am Alex

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Von Alexander Glintschert.

Als im Zuge der umfangreichen Erweiterungen am U-Bahnhof Alexanderplatz zahlreiche neue Fußgängertunnel entstanden, wurden in einem von ihnen am 21. Dezember 1930 sechs kunstvolle Porzellanmalereien angebracht, die in der berühmten Porzellanmanufaktur Meißen hergestellt wurden. Die Bilder auf den Porzellanplatten, von nahmhaften Berliner Künstlern wie Johannes Boehland und Bruno Bernitz geschaffen, erzählen die Geschichte des Platzes zwischen 1730 und 1930.

Das erste Bild zeigt den Alexanderplatz, der damals natürlich noch nicht so hieß, um 1730. Darauf zu sehen sind die alte Marienkirche, die Klosterkirche, der Rundbau der französischen Kirche sowie ein Weg über die Spandauer Brücke zu einer Windmühle.

Das zweite Bild stellt den Ochsenmarkt auf der Contre Escarpe vor dem Königstor um 1780 dar, mit den Königskolonnaden und der Nikolaikirche.

Auf dem dritten Bild ist der Zustand fünf Jahre später, um 1785, zu sehen. Zu erkennen sind die Königsbrücke mit einer stattlichen Karosse sowie ein Ochsentreiber vor einer Schildwache.

Den Wollmarkt auf dem Alexanderplatz um 1830 zeigt das vierte Bild, während das fünfte den Platz um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert darstellt. Mit einer Eisenbahnbrücke, einem Sechseromnibus und einer Straßenbahn stehen hier die neuen Verkehrsmittel im Vordergrund.

Das sechste und letzte Bild ist eine “Luftaufnahme” aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Dem Betrachter werden das Lehrervereinshaus, der Turm der Georgenkirche und der Straßenbahnverkehr auf seinem Höhepunkt gezeigt.

Im Jahre 1974 werden die Bilder, die den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden haben, um zwei weitere Bilder ergänzt. Das neue siebente Bild gibt einen Eindruck vom zerstörten Alexanderplatz im Mai 1945, nach dem Zweiten Weltkrieg.

Das neue achte Bild schließlich zeigt den Platz im Jahre 1968, vor der kompletten Neugestaltung. Er hat noch seine vorige Form, doch einige der neuen Bauten sind schon in Arbeit.

Bis zur Schließung der Fußgängertunnel, die sich an den U-Bahnhof anschließen und zum Haus des Reisens und zur Karl-Marx-Allee führen, im Jahre 2008, sind die Bilder im Fußgängertunnel neben dem heutigen Park-Inn-Hotel zu sehen. Wo sie heute sind, ist leider nicht bekannt.

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Was nicht jeder Reiseführer weiß - und mancher Berliner auch nicht!

© 2003-2011, Alexander Glintschert
Zuletzt geändert: 11 Dezember, 2011